Am 04.07.2006 verstarb mein Opa August, den wir aber alle nur Opa Gerden genannt haben, weil meine Großeltern da gewohnt haben. 93 Jahre durfte er leben und wenn es nach uns geht, dann war auch das noch nicht lange genug. Wir hätten ihn gern noch länger unter uns gehabt und was hätte ich mich gefreut, wenn er meine Hochzeit noch hätte miterleben können. So hat er leider meinen Bernd nicht einmal mehr kennenlernen dürfen. Für ihn selber war es zum Schluß aber auch nur noch eine Qual, von der er zum Glück schnell erlöst wurde.
Ich kann mich noch sehr gut erinnern, dass wir sonntags mit fast der ganzen Familie bei ihm am Bett gesessen haben. Meine Oma, meine "Eltern", mein Bruder, meine Schwägerin und ich. Wir haben uns an schöne Erlebnisse erinnert, aber auch an traurige. Wir haben zusammen gelacht, geweint, geschwiegen und gebetet. Der Pastor kam noch für kurze Zeit dazu und ich muss sagen, ich empfand seine Anwesenheit als sehr beruhigend. Opa hat von all dem augenscheinlich nichts bekommen. Aber ich hoffe sehr, dass er im Unterbewusstsein gespürt und vielleicht auch gehört hat, dass wir alle da waren. Zwei Tage später verstarb er dann, meine Oma war bei ihm. Sie und meine Mutter hatten bis dahin abwechselnd an seinem Bett gewacht.
So wie ich Opa kenne, hat er im Himmel sicher einen schönen Wald entdeckt, in dem er seiner größten Leidenschaft, dem Jagen, nach Lust und Laune frönen kann.
Sei mir gegrüßt, du Herbstesluft
gegrüßt viel tausendmal
Wenn´s Hifthorn zu dem Waidwerk ruft
bei frühen Morgenstrahl
In meinen jüngsten Tagen
so weit ich mir bewußt,
War immer schon das Jagen
mein Leben, meine Lust
Hallo! Und hetzt die Hunde ein
stimmt an das Jagdgeschrei
Und knallen dann die Büchsen drein
da bin ich gern dabei.;
Und naht wild das Getreibe
Wie blitzt das Auge dann,
Wie schlägt das Herz im Leibe
voll Mut dem Jägersmann!
Der Fuchs ist schlau, der Bock ist schnell
Der Has´ viel Possen macht
vor allem aber, Waidgesell
Den Hirsch nimm wohl in acht
und daß dein Schuß nicht fehle
Und daß dir Heil beschert
zum Schutzpatron dir wähle
den heiligen Hubert!
Und sinkt der Abend kühl herab
wird´s still in Wald und Flur
So dank dem, der das Waidwerk gab
dem Wildherrn der Natur
Und kehrst du heim mit Beute
so trink und singe troh
Und ehr´ wie brave Leute
das fröhliche „Tajo"!